Wichtige Erkenntnisse
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Der Kraftstoffeinzelhandel erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel, wobei kaum ein Trend das traditionelle Geschäftsmodell so stark auf den Kopf stellen wird wie Elektrofahrzeuge.
Elektromobilität entwickelt sich rasch zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer energetisch vielfältigeren Tankstelle. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert für den Zeitraum von 2025 bis 2035 eine Versechsfachung des weltweiten Bestands an Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen, wobei fast die Hälfte dieses Zuwachses bereits bis 2030 erwartet wird.
Zwar bringt die Elektrifizierung neuen Wettbewerb mit sich, da Autofahrer ihre Fahrzeuge zu Hause, am Arbeitsplatz und an ihren Zielorten aufladen, doch sind Kraftstoffhändler gut aufgestellt, um von einem Markt zu profitieren, der laut Prognosen von ABI Research bis 2030 ein Volumen von 63,5 Mrd. US-Dollar und bis 2035 von 151 Mrd. US-Dollar erreichen wird, und gleichzeitig eine wichtige Rolle bei diesem Wandel zu spielen. Und so funktioniert es.
Lage, Lage, Lage
Bequemlichkeit ist ein Eckpfeiler des Kraftstoffeinzelhandels, und Tankstellen befinden sich oft an Orten mit hohem Verkehrsaufkommen – wie beispielsweise in städtischen Gebieten und in der Nähe stark befahrener Straßen – und diese Standorte sind für Fahrer von Elektrofahrzeugen ebenso relevant. In einer aktuellen Umfrage von Oliver Wyman wurden Tankstellen als die beliebtesten Standorte für das Laden von Elektrofahrzeugen eingestuft, während eine Untersuchung von Gilbarco Veeder-Root ergab, dass europäische Autofahrer bereit wären, 36 % mehr für das Laden zu bezahlen, um einen Umweg von fünf Minuten zu vermeiden.
Regierungsinitiativen in den Vereinigten Staaten und Europa, die den Bau von Ladestationen in der Nähe von Autobahnen priorisieren, die sich gut in bestehende Tankstellenanlagen einfügen. Das US-amerikanische Förderprogramm „National Electric Vehicle Infrastructure“ (NEVI) übernimmt bis zu 80 % der Installationskosten, wobei zwei Drittel der Fördermittel an Kraftstoffhändler vergeben wurden. Laut dem aktuellen „US Charging Analytics Report“ verzeichneten Ladestationen an C-Stores im Jahr 2025 das schnellste Wachstum bei der Nutzung und der Anzahl der Ladevorgänge, während ABI Research angibt, dass 78 % der weltweiten Ladeumsätze auf die schnellsten Gleichstrom-Ladestationen entfielen.
Vorausschauende Kraftstoffhändler investieren bereits. Shell, BP und 7-Eleven bauen in den Vereinigten Staaten große Ladenetzwerke auf, während Circle-K im Jahr 2025 in Schweden seine erste Tankstelle ausschließlich für Elektrofahrzeuge eröffnet hat. Das Laden wird zu einem immer wichtigeren Mittel, um neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig bestehende Autofahrer zu binden, die kürzlich auf Elektrofahrzeuge umgestiegen sind.
Längere Verweildauer monetarisieren
Das Geschäftsmodell im Kraftstoffeinzelhandel befindet sich bereits im Wandel, und das Laden von Elektrofahrzeugen eröffnet indirekte Einnahmequellen mit höheren Gewinnspannen als der Verkauf flüssiger Kraftstoffe.
Nach Angaben der National Association of Convenience Stores (NACS) machte der Kraftstoffverkauf im Jahr 2025 zwar 65 % des Umsatzes aus, trug jedoch nur 39 % zum Gewinn bei, und diese Kluft dürfte sich weiter vergrößern. KPMG prognostiziert, dass bis Mitte der 2030er Jahre 80 % des Gewinns im Kraftstoffeinzelhandel aus Nicht-Kraftstoff-Produkten und -Dienstleistungen stammen könnten.
Das Aufladen von Elektrofahrzeugen führt zu längeren Verweildauern – durchschnittlich 35 Minuten im Vergleich zu fünf Minuten beim Tanken –, während nur 25 % der von Gilbarco Veeder-Root befragten europäischen Autofahrer angaben, während des Ladevorgangs im Auto zu bleiben. Dies eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für Umsätze außerhalb des Kraftstoffgeschäfts. Eine aktuelle Analyse von McKinsey ergab, dass Elektroautofahrer mit einer um 45 % höheren Wahrscheinlichkeit den C-Store betreten als Tankstellenbesucher und dort 25 % mehr für Lebensmittel ausgeben.
Integration ist entscheidend
Da der Markt für Elektrofahrzeuge die Phase der Early Adopters hinter sich lässt, werden Autofahrer zunehmend erwarten, dass das Aufladen genauso einfach und zuverlässig ist wie das Tanken.
Vorschriften in den USA, Großbritannien und Australien legen bereits strenge Verfügbarkeitsstandards für Betreiber von Ladestationen (CPOs) fest und verlangen eine schnellere Fehlerbehebung. Der „2026 State of EV Charging Network Operators Report“ von Driivz ergab, dass 72 % der CPOs den Einsatz künstlicher Intelligenz in Betracht ziehen, um Anomalien in ihrem Netzwerk zu erkennen und die Stabilität sowie Zuverlässigkeit zu optimieren. Gleichzeitig integrieren 37 % der Convenience-Stores das Laden von Elektrofahrzeugen in ihre Treueprogramme und ermutigen die Fahrer so, während des Ladevorgangs vor Ort zu bleiben.
Das Driivz-Ladestationsmanagementsystem (CPMS) ermöglicht es Tankstellenbetreibern, genau dieses Erlebnis zu bieten. Es trägt zur Maximierung der Betriebszeit bei, unterstützt Hardware verschiedener Hersteller und lässt sich in bekannte Tankstellen-Kassensysteme integrieren – beispielsweise Zahlungssysteme, Treueprogramme und Kassengeräte.
Vor allem ermöglicht es den Standorten, sich auf die zukünftige Nachfrage einzustellen und sich schnell an neue Standards und Vorschriften anzupassen, sodass Kraftstoffhändler gut gerüstet sind, um sich in einem Markt weiterzuentwickeln, in dem der Wandel die einzige Gewissheit ist.
